Via Dlisted.
Archiv des Autors: glamourdick
11.09.2011
Wieder so ein Tag auf dem Wasser, an dem man nicht spürt, dass Zeit vergeht, erst, wen man zu Hause in den Spiegel schaut und es an der Hautfarbe erkennt, oder wenn es schon dunkelt, wenn man sich auf die Rückfahrt macht. Treibholz und Laub, nur noch ein Schwan übrig, und dieses Jahr die erste Sichtung von Edelgard A., einer Schlachtensee-Institution, die ich dieses Jahr schon schmerzlich vermisst hatte. Es ist nicht der Schlachtensee, wenn man nicht Edelgard begegnet. So kann ich beruhigt in den Herbst gehen, die Saison ist vermutlich vorbei, je öfter ich das sage, desto mehr strengt sie sich ja vielleicht noch an. Leider nicht gesehen: das Hütchenboot. Beim letzten See-Nachmittag hatte ich ihn auf sein schickes Boot angesprochen, das durch ein weniger auffälliges ersetzt worden war. Der Hipster berichtete, das erste sei einer Zigarette zum Opfer gefallen, man kennt das ja, Glut verbindet.
Zum tosenden Gewitter dann von den Blitzen beleuchtet lassen und laut Peter Murphy gehört – die Platte eignet sich genau für solche Tage, Gewittermusik, die beste Platte von ihm seit „Deep“. Schauen Sie sich den Clip ein paar Beiträge weiter unten an – Chor und Finale sind atemberaubend schön.
Aus Datumsgründen dann die Dokumentation der Brüder Naudet angeschaut, die wirklich alles schildert, was es diesbezüglich zu schildern gibt, was die Geschehnisse vor Ort angeht und darüber hinaus ein berührendes Bild der New Yorker Feuerwehr zeichnet. Heroes.
50 WORDS FOR SNOW
NEW KATE BUSH ALBUM OUT NOVEMBER 21ST!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Edit: November 18th in Germany! Too ree ay! Too ree oh!
65 minutes, 7 tracks, set against a background of falling snow.
GLAM HEARTS PETER

FINALLEMENT, FRERES ET SOEURS
Wenn ich im Mai bei amazon.com die Staffel vorbestelle, verbringe ich die nächsten drei Monate, bis sie dann endlich veröffentlicht und zugestellt wird, damit, von kalten Winterabenden zu fantasieren, an denen ich im Bett liege und quality time mit den Walkers verbringe. Wenn Ende August dann die DVD angekommen ist, schaue ich 22 Folgen in fünf Tagen, soviel zur Winterplanung (by the way – mir geht der Arsch auf Grundeis, wenn ich an den kommenden Berliner Winter denke, wenn es doch wenigstens die Hamptons wären…). Gestern habe ich nun die letzte, die wirklich allerletzte Folge der fünften und letzten Staffel angeschaut. Und natürlich Tränen vergossen. Die so dsyfunktional hyperfunktionalen Walkers sind meine liebste Ersatzfamilie geworden und nun muss ich mich von ihnen verabschieden. Leider macht es einem die fünfte Staffel leicht, denn, wie jede erfolgreiche Familienserie, kollabiert auch „Brothers and Sisters“ an ihrem Erfolg. Ein großartiges Ensemble muss adäquat honoriert werden, was dazu führt, dass man das Ensemble schrumpfen muss. Rebecca verlässt uns schon zum Beginn der Staffel. Hollys Rolle wird heruntergedampft, so dass es kein wirklicher Verlust ist, wenn auch sie an die Ostküste geht, vermutlich, damit man sich die Gage für den abgehalfterten aber straffen Miniserienheld Richard Chamberlain leisten kann. Um den Zuschauer nicht mit zu vielen neuen Gesichtern zu überfordern, heuert man Nebendarsteller aus früheren Staffeln an, die sind dankbar, auch mal wieder ihr Gesicht ins Fernsehen halten zu dürfen. Zugute halten muss man den Autoren, dass sie die Figur des Luc ausgebaut haben, wie sie es verdient – wer mag ihn nicht, den gutmütigen Hunk, den Traum einer jeden frustrierten Mittvierzigerin?
So scheint der maßgebliche Handlungsstrang der zweiten Staffelhälfte der Vorbereitung von Sarahas Hochzeit gewidmet zu sein. (Keine großartigen Intrigen, kein drohendes Finanzdrama, kein Geschwisternstreit, der schlimmer ist als „Wie konntest Du nur das-und-das sagen?“) Nichtsdestotrotz – die vergangene Woche mit den Walkers war schön. Sie werden mir fehlen. Kitty und Sarah, Kevin und Scotty, Holly, Rebecca und natürlich Nora, die auch, wie es sich gehört, das letzte Wort hat (das sie sich bei George Eliot leiht): It´s never too late to be what you might have been.
Achtung, wenn Sie die Staffel noch vor sich haben, dies ist wirklich die letzte Szene.
Oh, I miss you already.
(Sie sind ja nicht wirklich weg. Sie liegen direkt neben dem Fernseher, immer griffbereit. Nach fünf Jahren ist es Zeit, mal wieder die erste Staffel anzuschauen.)
UM DIE WURSCHT
Anstatt lange zu fackeln, ob Pizza oder Currywurscht: Currywurschtpizza!
ONE OF THOSE BERLIN MOMENTS
Stehe mit dem Installateur des neuen Raumthermostats vorm soeben installierten Raumthermostat.
„Wissen Sie, an wen Sie mich erinnern?!“
„Nee?“
„Meinen Schwager. Der ist gestern gestorben. Lungenkrebs.“
„Ach. Das tut mir Leid.“
„Na ja, der war ziemlich verkorkst.“
„…“
„Nee NEE – ich meine vom Aussehen her!“
GLAM VOICES
THE BIRDS
07.09.2011
Hungrig nach einem guten fetten Horror-Roman, nachdem mich der dritte Larsson-Krimi so erschöpft hat mit seinem Erzähl-Atem, dass ich nach 150 Seiten abgebrochen hab. Ich glaub, ich schau mir stattdessen den Film an, obwohl es mir, ehrlich gesagt, nicht egaler sein könnte, was aus Blomquist oder Salander wird, an welchem Ikea-Tisch sie sich in welche Organisation hacken.
Das Blöde bei Horror-Romanen: es gibt wenige gute. Nur ein paar wenige zeitgenössische Autoren sind Garanten für gute Unterhaltung. Stephen King natürlich. Peter Straub oft. Amazom empfiehlt mir immer Dean Koontz, aber der hat nicht wirklich für mich funktioniert. Stephen King empfiehlt diesen Richard Laymon, aber der ist mir schlichtweg zu eklig. Ich hab nichts gegen Gewaltdarstellung, aber die als Selbstzweck ist ein bisschen arm. Clive Barker mag ich nur manchmal, insbesondere, wenn er nicht so episch weit ausholt, was er aber meistens tut. „Coldheart Canyon“ ist die großartige Ausnahme, episch und horrible und sexy und spooky. Sehr schön fand ich „362 Belisle Street“ von Susie Moloney, leider ist es auch das einzige Buch von ihr, das bei mir Eindruck hinterließ.
Ich merke schon, ich muss das wieder selber machen.
Was das Sequel angeht – die Probeseiten sind eingereicht, jetzt ruht es, bis auf Weiteres. Weiteres heißt Zusage. (Nicht, dass ich mir gerade keine Notizen zu Plot und Figuren machen würde…) Nächste Woche ist die Programmchefin wieder im Verlag. Drücken Sie mir die Daumen. Und wenn Sie einen schönen Horror-Roman empfehlen können, ich bin dankbar für Vorschläge.