8.10.12

“Und dann klingelte das Handy – unbekannter Anrufer auf dem Display, und ich war auf dem Festnetz und gab es der Kollegin und gestikulierte, sie soll rangehen und sagen, dass ich im Gespräch bin und zurückrufe, und aus dem Augenwinkel sehe ich nur, dass es ein kurzes Gespräch ist, und als ich mit meinem Gespräch zu Ende bin frag ich sie – war´s ein Typ?, weil ich mit einem Anruf vom Twiggster gerechnet hatte, mit dem habe ich mich gestern getroffen, und sie sagt – kann sein, könnte aber auch ne ältere Frau gewesen sein, irgendwas mit der Leitung hat nicht gestimmt. 5 Minuten später klingelt´s wieder und ich geh ran und es ist Ingrid-”
“Wie heißt die noch gleich mit Nachnamen?”
“Caven. Und sie ruft an und bedankt sich für “Ashby House” – sie hat es schon zur Hälfte durch und findet die Sprache toll und die Story auch und besonders die Bette Davis-Anleihe.”
“Ach, das ist doch schön, dass jemandem, den Du so schätzt, das Buch gefällt. Glaubst Du, dass im Freundeskreis sich nur eine geäußert hätte? Nichts. Nur Frau F., die sagte – hach, das sind ja Schwulis!”
“Nein. Frau F.??”
“Da hab ich gesagt – aber Dein Sohn ist doch auch einer, und dann war sie still.”
“Die Sex-Szene ist doch extra drin, um bei den Leuten was auszulösen. Das Buch soll doch überraschen. Und konfrontieren. Und an der Reaktion kannst Du die Leute echt einstufen.”
“Ist doch überall Sex und Bettgeschichten.”
“Eben. Und nur weil´s da zwei Typen sind, kriegen manche nen Schock oder ekeln sich. Überleg doch mal – ich lese doch auch Bücher in denen Sex zwischen Männern und Frauen vorkommt. Hat mir auch nicht geschadet.”
“Die haben doch dann eher ein Problem mit der eigenen Sexualität.”
“Und da kannste mal sehen, was Menschen wie Frau F. für ein Verhältnis zum eigenen Sohn haben müssen.”
“Ja. schlimm. Ist das Wetter bei Euch auch so schön?”
“Ja. Herrlich.”
“Dann wünsch ich Dir einen schönen Tag. Lass es Dir gut gehen!”
“Du auch. Und grüß´ Papa!”

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