#Ohlauer, Tag 7

Warum etwas Unsinniges ändern? Also auch am Montag noch gated community. Das kann eigentlich nur in Berlin passieren, wo es ja letztes Jahr wohl auch einen neuen Flughafen hätte geben sollen. Anders als im Falle des Flughafens – die Mainstream-Medien kriegen nix mit, bzw es juckt sie nicht. Mittlerweile wäre es auch etwas peinlich, zu berichten, dass es im Herzen Kreuzbergs eine neue Sperrzone gibt, under the dome, und dies seit einer Woche. „Huch – nee, können wir jetzt nicht mehr bringen. Würde ja auffallen, dass wir´s bislang ignoriert haben.“
Die Zeit der Entscheidung findet nirgendwo statt. Die Flüchtlinge musizieren auf dem Dach, die Passivisten sehen das als Anlass für Festivalatmo, die Politik weigert sich, einzusehen, dass das Polizeiaufgebot in keinem Verhältnis zur nicht vorhandenen Bedrohung steht, die Läden gehen einen Schritt weiter in Richtung Konkurs, die Polizei macht ihren Job.

Gestern Abend wollten wir das Fitzcarraldo in der Reichenberger unterstützen, indem wir dort Bier trinken, aber das Fitzcarraldo hatte geschlossen. Dennoch tranken wir Bier, gekauft in einem Kiosk, wo wir sonst nie kaufen, eben drum. Die amerikanische Nachbarin, der D., Lana Banana (trank nicht). Zu uns gesellten sich der ebenfalls amerikanische Nachbar aus dem Erdgeschoss und der nette Mannn mit den zwei Möpsen, von denen gestern Abend nur einer unterwegs war. Der kann jetzt „Sitz“. Wir alle beherrschen unterdessen das Kopfschütteln bis zum Anschlag. Begleitet wird dies meist von einem weltweisen Lächeln. Sitzt da irgendwo eine Gruppe von Politikern, schaut Nachrichten und befasst „Das lassen wir jetzt einfach mal so, oder?“ Oder?

(Ja, Sie dort im Bundestag. Ich seh´ doch, dass Sie mitlesen.)

Ein Gedanke zu „#Ohlauer, Tag 7

  1. Indica

    Danke für die Berichte aus der absurden Sperrzone.

    Ja, ich vermute, es fällt niemandem auf, denn schon ein paar Straßen weiter. hier unten merkt man kaum noch was. Außer, dass der M29er nun durch die Liegnitzer und Wiener fährt, aber ich frage mich eben auch: Was ist mit den Läden, Imbissen, usw.? Das kann ja wohl jetzt keine Reagan-Besuch-1987-Gedächtniszone werden, oder? Guter Ausdruck übrigens: „Passivisten“.

    Werde erkunden, ob man im Nachtigall-Imbiss noch einen Soli-Falafel essen kann.

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