FROM RUSSIA WITH HATE oder RUSSIAN HORROR STORY

Maile mit meinem italoamerikanischen Gelegenheits-Lover zum Thema American Horror Story – Coven und wir fragen uns ob das Thema Hexen heute relevant ist. In Salem hat man Frauen, die nicht in die Gesellschaft passten zu Hexen deklariert und getötet. Die Nazis und die Juden. Die Amerikaner und die Kommunisten im Kalten Krieg. Die Sovjets hatten die höchste Aufklärungsquote in Kriminalfällen, weil für jeden Mord ein Sinti oder Geisteskranker oder Schwuler geframet wurde, die passten nicht ins Bild und durch ihre Kriminalisierung, bzw. der Prägung „es war der Zigeuner!“ usw. sind diese Randgruppen bis heute suspekt. So erklärt sich auch die Intoleranz des russischen Volkes gegenüber Schwulen und die breite Akzeptanz der neuen Schwulengesetze. Es ist eine Hexenjagd. Und alle Länder schauen zu. Obama sagt ein Treffen mit Diktator Putin ab – aber nimmt Snowden zum Anlass. Kein Wort über die Hetzjagd. Auch das Olympische Kommittee, zunächst beruhigt (!) über die Aussage, die Gesetze werden während der Olympischen Spiele ausgesetzt, bzw beträfen weder Sportler noch andere Teilnehmer, bezeugt nicht nur Ignoranz, sondern Menschenverachtung – sofern keine Sportler betroffen seien, spielt es keine Rolle, dass Schwule zum Abschuss freigegeben sind. Ein Feindbild zu haben eint die Massen, das hat Putin direkt von Hitler gelernt. Und, wie bei Hitler, schaut niemand hin, alle gucken weg – es ist krank. Aber, liebes Olympisches Komittee, die Verantwortlichen haben die Zusage, die Gesetze for the games being auszusetzen wieder zurückgezogen. Was nun?

Das mag Ihnen alles sehr theoretisch vorkommen, aber ich habe schwule Freunde in Moskau. Deren Lebensqualität ist nicht nur eingeschränkt, sondern abgeschafft. Wer gegenüber einem Schwulen gewalttätig wird, der arbeitet im Sinne des Anti-Propaganda-Gesetzes und wird in der Regel nicht belangt. Noch einmal – Schwule sind in Russland zum Abschuss freigegeben.

Besser als Stephen Frye in seinem offenen Brief an David Cameron kann man es nicht formulieren, wobei er sich auch etwas knapper hätte fassen können. Mit einem einzigen Satz aus den Olympischen Statuten:

Rule six: Act against any form of discrimination affecting the Olympic Movement.

Hier sein kompletter Brief.

Und noch einmal Hut ab vor der mutigen und wunderbaren Miss Swinton.

Sorry for typos, but I´m in a rage.

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