TUT VA BIEN

Schon ein seltsames Gefühl, staunend vor goldenen Särgen zu stehen, die ineinandergesetzt einen Raum füllten – außenrum nur 60cm Platz. Und jeder ist noch prächtiger in seiner Babuschka-Natur, und dann ist da irgendwo ne Leiche drin, zwischen einer Tonne Gold, Holz und what-not, mit dieser Maske, die wir alle kennen. Jetzt ist das alles nur Replik und die Reste der Leiche sind weißnichwo, und kurz schimmert so durch – sollte das nicht besser unter der Erde geblieben sein, also das echte Grabszeugs?, und irgendwann setz ich den Kopfhörer ab und lass das alles visuell ein bisschen wirken, ohne Stimme im Ohr. Am Beeindruckendsten die nachgestellten Grabräume, die aussehen wie Marlene Dietrichs Garagenlager in ägyptisch.

Am Tresen im Café ignorieren Rentnerinnen die Schlange und kaufen Eis für die Enkelkinder. Es sind nicht die gleichen, die am Einlass gedrängelt haben. Aber auch die werden irgendwann mal 3000 Jahre lang tot sein und wer weiß, was die mitnehmen und irgendjemand irgendwann mal ausbuddeln wird. Goldene Hüftgelenke und kostspielige Zahnprothesen. Gegen Tut kommt Ihr nicht an, Ihr arschigen Greise.

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