GLAM, DIE LIEBE UND DIE ZEIT oder IT IS THE FRIENDS YOU CAN CALL AT 4 AM THAT MATTER

Riding high on love´s true blueish light… es ist der Sommer 1998, Glam hat einen angenehmen Job in Managementposition, ein Buch auf dem Markt und einen schimmernd schönen Mann (nennen wir ihn MM) an seiner Seite. Er hat ihn in der Mittsommernacht kennen gelernt, Hexerei war mit im Spiel, und seitdem haben die beiden viele gemeinsame Abenteuer erlebt. Es ist Liebe. Fürs erste. Im dritten Monat dieser Liebe machen die beiden eine Landpartie. Ein guter Freund von Glam feiert opulent seinen 40. Geburtstag. In dörflicher Umgebung, bezaubernd geschmücktem Garten, ein Pavillion mit Flügel, Gesang. Der Freund hat explizit nur die besten der besten Freunde eingeladen, nicht einmal Lebenspartner wurden berücksichtigt. Beim Glam wurde die einzige Ausnahme gemacht, weil er doch so stolz ist auf das Juwel MM an seiner Seite und es ihn auch so ausgesprochen ziert.

Zu fortgeschrittener Stunde und viele Flaschen Wein in die laue Nacht hinein, perlende Gespräche, funkelnde Augen, berauschte Noten später findet sich Glam allein unter einem Baum, ein wenig Ruhe tanken, als er von hinten umarmt wird. Er lehnt sich in die Umarmung, entzieht sich ihr wieder als er spürt, riecht, dass es nicht sein Mann ist, der ihn da so zärtlich hält. Es ist B. aus W. Ein Künstler aus einem fremden Land. Attrativ, großgewachsen, seltsamerweise MM nicht unähnlich.

„Wenn G. im Mai Geburtstag gehabt hätte, dann würden wir morgen zusammen aufwachen.“

Und geht zurück in den Pavillon zu seinem Mann.

Dezember 2005. Auf der Suche nach einem alten Polaroid entdeckt Glam eine Karte, auf der ein Zigaretten-Etui abgebildet ist. Die Karte hatte ihm damals G. geschickt, als es mit MM vorbei war und die Glitzerwelt des Dicks eine Weile aus den Fugen war. Die Aufnahme des Etuis stammt von B. aus W. Das Zigaretten-Etui ziert eine Gravur. Es ist ein Ausspruch Marlene Dietrichs, er lautet: „It is the friends you can call at 4am that matter“.

Keine Pointe. Muss ja nicht immer.

21 Gedanken zu „GLAM, DIE LIEBE UND DIE ZEIT oder IT IS THE FRIENDS YOU CAN CALL AT 4 AM THAT MATTER

  1. glamourdick

    REPLY:
    seit tagen spukt mir ein rilke-fetzen im hirn, wie eines tages aufersteht ein gedanke/erinnerung/gebet.
    memmmmm´ríeeeeeees may be beautiful and yet. yes, and yet.

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  2. mcwinkel

    „der hört von mir nur noch freizeichen…“ ist super, den nehm´ ich demnächst mal, wenn ich darf. 🙂

    Zum Thema:

    Hä? 4h, das ist doch wohl das Mindeste. Alles andere sind „Bekannte“. Bin eh der Meinung, dass heutzutage viel zu schnell „Freund“ gesagt wird.

    „Ooooooch, das ist ein Freund von mir, und das ist ein guter Freund von mir und den kenne ich gut und das ich auch ein sehr guter Freund von mir!“

    Bullshit. Einen „Freund“ muss man mindestens 5 Jahre kennen und regelmäßig (Regelmäßigkeit may vary) in Kontakt sein.

    Alles andere sind Bekanntschaften. Nicht mehr und nicht weniger. Vor allem aber nicht mehr.

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  3. schroeder

    REPLY:
    die Regelmäßigkeit kann nicht nur variieren… ich finde, das Herausragende an echten Freunden ist, dass die Länge einer Kontaktpause nichts ändert, wenn man sich wieder kontaktiert. Von Null auf Freund – immer wieder…

    ob man sich 5 Jahre kennen muss, weiß ich nicht. Ist bei meinen sparsam vorhandenen Freunden zwar so, kann aber sein, dass ich denen den Freundestatus schon früher eingeräumt hätte/habe…

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  4. SirDregan

    REPLY:
    hmm Mc, ich habe aber auch Freunde die ich erst seit 2 Jahren kenne, bei denen das klappt und andersherum. Ich denke das kann man nicht so pauschalisieren. Aber du hast Recht „Freund“ wird viel zu Häufig benutzt. Der Terminus „Bekannter“ oder „Kumpel“ passt da viel besser.

    @glam: Ich bin fasziniert, dein Blog hat mich Suchtgefährdeten erwischt, hab dich mal verlinkt, schau jetzt schon jeden Tag hier rein ^_^

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  5. glamourdick

    REPLY:
    @mc
    it´s yours.

    @mc + schroeder
    meine besten jungs, d.h. drei von vier reitern der apokalypse kenn ich zwischen 8 und 10 jahren. der vierte kam erst diese jahr dazu, fällt aber unter „freund“. glammie´s angels sind auch schon länger als ein jahrzehnt dabei. aber durfte ich in diesem jahr noch zwei ladies kennen lernen, bei denen ich ziemlich sicher bin, dass ich von ihnen in zehn jahren sagen werden kann „mit der bin ich seit 10 jahren befreundet.“
    dass zeit aber auch immer so linear gedacht wird…

    @sirdregan
    welcome! ich freue mich über jeden neuzugang in der glamourdick mansion!

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  6. glamourdick

    REPLY:
    das blöde sind ja immer die fremden häuser-gruppen (man sagt auch „dörfer“), die um die schönen gärten herumdrapiert existieren und sich um 22.00 uhr über den gesang beschweren, aber sonntags um 8.00 rasenmäher-ralleys veranstalten.

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  7. schroeder

    REPLY:
    genau, Frank… und nach Salt’n’Pepa. Wie man das so unter Nachbarn macht .-)

    Übrigens, Glam, du Tiefstapler, ich habe das mit dem Text auf dem Etui als von langer Hand geplante Pointe empfunden. Deshalb schreibt man ja die Head zuletzt…

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  8. fraufrank

    ich mag sie, diese ihre, irgendwie seltsam verraucht in meinem kopf klingenden geschichten.
    ein schönes wochenende.
    and if you ever wake me up at 4 in the morning, you know it´s damn urgent.

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  9. timanfaya

    mal andersrum: was uns unsere freunde antun, ist schwieriger auszuhalten, zu verzeihen und kostet oft mehr an kraft als jeder kampf mit unversöhnlichen gegnern. [weißnichtmehrvonwem]

    nix gegen freunde, aber ich mag auch immer meine feinde. da weiß man woran man ist und es gab bisher auch nie mißverständnisse …

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  10. glamourdick

    REPLY:
    ach, ich mag keine feinde haben. wenn jemand böse wird, soll er einfach verschwinden und mich in ruhe lassen.
    klar ist man bereiter, freunden zu verzeihen, als sagenwirmal liebhabern. weil man weiß, dass sie nicht austauschbar sind.

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