DAS PHANTOM DER OPER IN DER OPER

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Der Vorhang geht auf und der Vorhang geht auf und das Orchester setzt an und das Orchester spielt. Den Giganto-Lüster im Blick Schwenk auf den Gigantolüster. Tanzmäuse, die Girlanden schwingen. Die Tanzmäuse sind als Schmetterlinge inszeniert, oder Elfen. Sie drohen in den Orchestergraben zu hopsen, doch der ist schon besetzt von einem Filmorchester in Farbe. Als sie einige Minuten später im Opernkeller aufgescheucht dem Phantom hinterherspüren, drehen sie Pirhouetten, um Aufgeregtheit zu simulieren. Gretchen-Perücken waren schon immer eine Zumutung, auch im Jahr 1925. Dann steht plötzlich ein Pferd auf dem Flur der Katakomben und es geht abwärts.
Während die Besetzung hauptsächlich mit großer Geste und wuchtiger Mimik agiert, schafft es Chaney trotz Maskenmaske (über der Monstermaske) allein mit den Augen und einer subtilen Körpersprache sein Innerstes nach außen zu geben. Bzw. das Innerste des Phantoms, das, wie alle Filmmonster, nur eines will: geliebt werden. Vielleicht half es, dass seine Eltern taub waren. Der Mann vermittelt sprachlos.
Filmgeschichtlich bedeutend, Teil 1: der sadistische Blick Christines, bevor sie dem Phantom die Maske entreißt. Ein Kind, das heimlich nascht.
Filmgeschichte, Teil 2: Die Farbsequenz. Das Phantom im roten Pest-Kostüm. Sehr eindrucksvoll.
Filmgeschichte Teil 3: Dass ein Film funktioniert, obwohl er aus mehreren Fassungen unterschiedlichster Bildqualität zusammengebastelt wurde.
Filmgeschichte, Teil 4: Chaney, Chaney, Chaney.

Erlebnisgeschichtlich: Alles in allem, auch dank jeder Menge Comedy-Relief, ein Erlebnis. Das Filmorchester Babelsberg ließ mich ein paar Mal vor Schreck zusammenzucken, kreierte einen Nährboden, der die Handlung ankurbelte wie ein Projektor einen Film.

Gespentisch: Angeblich existieren bis zum heutige Tage die Sets des Opernhauses, da beim Versuch sie abzubauen, Studiohandwerker verletzt wurden oder um´s Leben kamen. Mysteriöööööös!

Und noch einmal meine Bitte an die (fantastisch-phantomisch-Plattenbau-maskierte) Komische Oper: Erich von Stroheim! Queen Kelly!!! Bitte bitte! Ich schreib Euch auch das Programm.

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