LIEBE REDAKTION KLEINES FERNSEHSPIEL

Sachma, habt Ihr zuviel Geld oder was? Was war das denn gestern für ein übler übler Dreck. Das hatte keine Geschichte, keine Figuren und weder Unterhaltungs- noch Informationswert. Der Drehbuchschreiber, der das verbrochen hat, hätte ja wohl überhaupt nicht seinen Abschluss schaffen dürfen.
Ich würde mich ja gar nicht so echauffieren, wenn ich nicht zufällig wüsste, dass Ihr da auf der einen oder anderen Goldgrube sitzt, nur, dass Eure Beamten offenbar keinen Schimmer von Kreativität und Relevanz haben und schon eine Rückmeldung zuviel verlangt ist, wie er für jede andere Filmproduktion zum guten Ton gehört. Der Film gestern konnte ja wohl wirklich nur gedreht werden, weil er nicht viel gekostet hat.
Im Grunde kann man ja nur stolz sein, wenn Ihr einen n i c h t fördert. Das ist schade, denn vor einigen Jahren noch, da habt Ihr Urteilsvermögen besessen und Erlebnisfilme produziert. Aber vielleicht verfolgt Ihr mit den aktuellen Betroffenheitsfilmen auch ein ganz klares Ziel – Betroffenheit erzeugen. Treffer. Jetzt ist aber wirklich bald Schluss mit GEZ-Gebühren. Sittenwidrig ist das. Ich versteh jedenfalls, weshalb Euer Sendeplatz in die Nacht verlegt worden ist. Irgendwie muss man den Zuschauer ja schützen.

4 Gedanken zu „LIEBE REDAKTION KLEINES FERNSEHSPIEL

  1. blogger.de:kittykoma

    oh, das ist ja schon eine qual, den kurztext zu lesen. ein von der familie entfremdeter banker (klischee unattraktiver durchschnittlichkeit: gustav peter wöhler), der endlich urlaub hat und vergißt, es der familie zu sagen. der mit einer taxifahrerin durch die gegend fährt (in die jahre gekommenes klischee nervensägiger flippigkeit: meret becker) und dann kommt das killerwort: road movie.
    im auto quatschen – kleine szene – im auto quatschen – kleine szene. die bemäntelung jeglicher zielloser dramaturgie. eigentlich eine schande für das genre, das mal große filme wie „easy rider“ hatte, die vor allem aus frechheit, improvisation und provokation entstanden.
    dafür muß ich so ein fernsehspiel nicht mal sehen und kann zielsicher meine vorurteile pflegen.

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  2. glamourdick

    REPLY:
    oops. nee. das war n anderer film
    😉
    „Das psychologisch dichte und emotional packende Kammerspiel „Gefangene“ von Ian Dilthey erzählt von der obsessiven Liebe zwischen einem entflohenen Häftling und einer deutschen Biologin.“

    hört hört! aber jetzt wird´s richtig ergreifend:

    „Du bist in einem Raum, der hat keinen Eingang, keinen Ausgang, kein Fenster und kein Ventilationssystem. Wie fühlst du dich?“ „Wie komme ich denn da rein?“, fragt Irene (Jule Böwe) ausweichend. Ihre Freundin Paula (Eva Löbau) insistiert: „Wie fühlst du dich in diesem dunklen Raum?“ Aber Irene antwortet nicht. Sie kennt diesen Raum. Es ist ihrer.

    Der Raum, in dem Irene sich von Leere eingehüllt bewegt. Sie sitzt mit Paula in einer Bar. Sie geht durch den langen Flur der Universität. Sie steht vor ihren Studenten und erklärt, dass nur bestimmte Lebewesen in sauerstoffarmen Gewässern atmen können. Sie sitzt im Labor des biologischen Institutes. Sie geht die Mauer entlang, die ihre Wohnung von dem Gefängnis gegenüber trennt. Sie sitzt in ihrer aufgeräumten Küche. Sie steht am Fenster ihres Zimmers und schaut hinüber zum Gefängnis. Ein Raum, in dem Irene lebt, als warte sie.“

    als drehbuchautorin zeichnet verantwortlich ulirke maria hund.

    http://www.zdf.de

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