I DON´T KNOW WHAT IT IS

Es könnte mir ja gut gehen. Tut´s aber nicht. Und das, obwohl ich heute ein schönes Überraschungsgeschenk in der Post hatte, der Drucker läuft, Berlin einen neuen Babyfanten hat, einer meiner Texte möglicherweise ein Radiohit in einem Nachbarland wird und sogar der Elektromann termingerecht erschienen war, um meine Klingel zu reparieren und unverrichteter Dinge wieder abzog, was ich gar nicht schlimm finde, denn ich mag es nicht, wenn es klingelt. Allein der Ton. Man weiß nicht, wer da ist und schon wieder was von einem will. Wie mit dem Briefkasten. Dem gegenüber verhalte ich mich wie ein berufsanfangender Exorzist. “Bitte nichts Böses, bitte nichts Böses!” raune ich ihm zu, wenn ich ihn mal aufmache.
Außerdem ist mein Haaransatz fettig. Weil die Dorfblondiererin einfach nicht genug Peroxid verwendet hat, denn hätte sie das, dann wäre der Ansatz jetzt vernünftig blond und zerstört trocken und nicht straßenköterig. Und vielleicht war es der Jumpstart heute morgen. Um 8h aufgewacht, um 8.30h aus dem Haus ohne Haarewaschen, ohne Tee und Zigaretten. Ich wil auch niemanden um mich haben, der es gut mit mir meint. Das wäre ein Deckel, für den der Topf zu groß ist und der scheppernd reinfällt und ich hasse laute Küchengeräusche. Die Eltern eines Ex waren Vertreter für Lifestyle-Produkte, zu denen auch dieses superlaut klingende Geschirr gehörte, das in einer großen, kargen Altbauküche mit Dielenboden morgens schon ohrenbetäubendste Kakophonien erzeugte. An den wollte ich jetzt nun auch nicht noch denken, den Ex mit den Lifestyle-Produkt-Eltern. Ich mag nicht essen, lesen, Filmeschauen. Schon gar keine Steuer machen. Ich mag mir jetzte einen Sekt aufmachen und rede mir ein, es sei wegen des potentiellen Radiohits.

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9 Gedanken zu „I DON´T KNOW WHAT IT IS

  1. Polaris

    Ja, ich weiss, aber die Freude kommt doch meist nicht von aussen.
    Klingt oll, ist aber leider so.
    Anders wäre es praktischer, ja.

    Lautes Geschirr, HORROR! Wehe dem , der meine Teller und Tassen ohne Sicherheitsabstand einsträumt!
    Gibt es da was Lautloses???

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  2. Ultimonativ

    geh ich recht in der annahme, dass du noch immer die richtige nummernkombination herausfinden musst? nimms positiv, vielleicht kommt ja ne lottozahlen-kombi raus, die dich zum millionär macht. =)

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  3. frankburkhard

    ja. hätte ich das gelesen, bevor ich gestern aus dem haus und auf den weg bin, hätte ich mich dann am telefon nicht so gewundert…
    allerdings habe ich eine Idee 2.0 zu den Telefonnummern.
    Wir erinnern uns an die Mutter aller Grid-Rechenpower-Internet-Aufgaben-Teilungs-Lösungen SETI@home, wo man sich ein kleines Programm auf den Rechner lud, das den unausgelastete Kapazitäten von Millionen – sag ich jetzt mal unrecherchiert – Heimcomputern nutzte, um im Radiowellensalat des Universums nach statistisch relevanten Auffälligkeiten zu forschen, eine Aufgabe, die die 8 Hochleistungsserver der zuständigen Universität für schätzungsweise 8,975354684 Jahrtausende beschäftigt hätte. Mit Internet und – Millionen – sag ich jetzt nochmal unrecherchiert – Heimcomputerbesitzern, die an die Allgegenwärtigkeit des Lebens glauben, an grüne Männchen, an Jodie Foster oder Erich Däniken oder sonstewas, war das Ding nach ein paar Jahren durch. Zur Zeit ist eine der bekannteren Nachfolgeprojekte glaub ich was mit der Faltung von Proteinmolekülen… anyway.
    Mein Mathe ist zu lange her, aber eine Mobilnummer, wenn man die Vorwahl kennt, hat sieben? Nummern, das macht äh, n hoch irgendwas durch plancksche konstante minus so einiges, denn es sind ja nicht alle bruchstücke unbekannt = genau soundsoviele mögliche zahlenkombinationen.
    Mein Vorschlag: jeder Leser Glam-Leser nimmt eine Nummer und checkt da mal telefonisch nach Marschmellow-Rasta-Man und nach spätestens einem Tag ist das Ding durch.
    Ist ja wohl das mindeste, was man für das ganze tägliche Entertainment hier beitragen kann. Und es geht doch beim Web 2.0 Gedöns immer so ums Mitmachen, das kannst du doch ruhig mal für dich ausnutzen…

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  4. frankburkhard

    REPLY:
    eine Serie des ostdeutschen Porzellanherstellers Kahla, Kalah ? keine Ahnung, aber da sind selektiv und formschön Teile des potentiell krachenden Materials mit haltbarem, farbfrohem Plüsch bepuschelt auf eine dem Auge sehr schmeichelnde und gut in der Hand liegende Art…
    nur mal so.

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