FALLING

Und mit einem Mal, und das obwohl die Sonne sich für ein wenig Alone-time hinter die Wolken zurückgezogen hat, ist es so greifbar heiß überm See, dass ich mir versuche vorzustellen, wie es wohl in der Stadt ist, wo Asphalt und Beton die Hitze speichern und zurückschleudern. Dem Fernsehturm läuft der Schweiß, über dem Reichstag flirrt die Luft, das Kottbusser Tor entflammt sich selbst. Ich gehe im Kopf die Treppen in mein Dachgeschoss hoch und stelle mir die Wärmeetagen vor, in meiner Wohnung presst die Hitze die Bilder von den Wänden und die Gardinen verdorren, bis sie zu Staub zerfallen. In den Portraits bekommen die Portraitierten ganz poröse Haut und Dörrfalten. Wohlfrisierte Locken senken sich auf heiße Schultern herab. Dann lasse ich mich ins Wasser fallen, das angenehm kühl ist und noch so klar, dass ich sogar einen Wels unterhalb meiner Zehenspitzen würde sehen können, wenn er meinte, dort herum schwimmen zu müssen. Und lasse mich tiefer sinken, wo es noch kühler ist und wo ich schwerelos werde und es ist so angenehm, dass ich fast das Atmen vergessen könnte.

Ein Gedanke zu „FALLING

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