GEILER STERBEN

„When Evelyn Waugh wrote in a review of The American Way of Death that Mitford did not have „a plainly stated attitude to death,“ Mitford asked her sister Deborah to tell Waugh, „Of course I’m against it.““
(Wikipedia)

Jessica Mitford. Der Vorname war mir entfallen. Jessica war die smarte der Mitford-Schwestern, die, die „The American Way of Death“ geschrieben hat, das Buch, in dem sie mit der Bestattungsindustrie abrechnet, und ehrlich – wie absurd sind Bestattungsriten? Särge? Einbalsamierung? Wenn ick ma tot bin, schmeißt mich weg. Und wenn Ihr Euch an mich erinnern wollt, lest ein Buch oder kuckt ein Foto an, meinetwegen singt das Elephant Love Medley und stellt Euch vor, ich sei der Kidman-Part, ich will jedenfalls nicht, dass mir irgendjemand auf nem Friedhof beim tot sein zuschaut, oben drauf son Steinklops, damit ich mich nicht rausstrampeln kann. Ich könnte schwören, dass der Grabsteinritus daher rührt, dass man nicht wollte, dass die Toten wieder auferstehen, also besser einen Stein drauf. Die christliche Kultur ist ja wirklich spooked, was Auferstehung von den Toten angeht, kein Wunder, dass „Twilight“ so erfolgreich ist.
Ich glaube auch, dass es eine Frage der Zeit ist, bis die althergebrachte Erdbestattung den gleichen Weg geht wie Festnetz und Fernseher. Es geht alles in Richtung virtuelles Totsein, also Blog statt Grabstein. Oder der Media-Markt steigt ins Sarggeschäft ein: Media Markt! Tot! Saturn? Tot ist geil!

(Und all diese Todesgedanken nur, weil die kleine Gemeinde, in der ich dereinst konfirmiert wurde, seit kurzem EUR 250,- berechnet, wenn eine Trauergemeinde den Gemeindesaal für Kaffee und Streusselkuchen nutzen will; man frag sich, wofür eigentlich das Kirchengeld ausgegeben wird. Ich habe jedenfalls angesichts dessen klar gesagt, where I wouldn´t wanna be caught dead.)

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