UND JETZT MAL REIN INHALTLICH oder WHICH KATE BUSH ALBUM ARE YOU?

Es geht los mit einem Lied über die Quest for Knowledge und die Flüchtigkeit des inspirativen Gedanken im Verhältnis zur Dauer des kreativen Prozesses, gefolgt von einer Vignette über einen Banküberfall, bei dem die Räuber die Beute verlieren „Hey look! There´s a fiver!“. „Army Nighmare“ könnte das nächst Lied heißen, zeigt es die Perspektive eines vietnamesischen Soldaten, Auge in Auge mit seinem amerikanischen Gegenüber. „I look in American Eyes/ I see little life/ I see little wife/ He´s striking violence up in me…“ Dann das wirklich mysteriöse Stück – auch eine Quest? Das Einfangen des göttlichen Moments, wieder ein klarer Fall für das Bigger Picture, das sie vor Augen hat. Das schroffste Lied beendet die A-Seite. Es geht um Abgrenzung und sich öffnen – das Abwägen. „I kept it in a cage/ watched it weeping/ but I made it stay/ (But now I´ve started learning how)/ I leave it open.

Dreeee- a-a-m-m-m-m-m–t-t-t-t-t-i-im-m-m-m-m-Dreeeee-a-a-a-a-m-m-m-m-m–t-t-t-t-t. Eine Aboriginie-Perspektive eröffnet die zweite Seite. Und liefert den Albumstitel. Jetzt begreifen wir, die Sängerin befindet sich auf einer inneren Suche und Wanderschaft, ihrem ganz eigenen Dreaming, von dem sie wissend und weiser zurück kommen wird. Next: eine sehr komplexe Liebesgeschichte, hochgradig intim und schwer zu deuten, voller Privat-Metaphern und Symbolen. Und trotzdem muss man inbrünstig mitsingen, auch wenn man keine Ahnung hat, was sie zu dem Lied getrieben hat. „There´s no risk/ I´ll whisk them up in no moonlight/ And though pigs can fly/ They´ll never find us/ Posing as the night.“ Danach verlässt eine Seele ihren Körper und wundert sich über die Tränen der geliebten Menschen, die ihr lange nicht so nah waren wie im Moment des Todes. Die Gattin des Magiers/ Befreiungskünstlers Houdini verrät den Trick – „with a kiss, I´d pass the key“ und dieses Bild ziert auch das Album-Cover: Ein Mann im Anzug, eine Kette mit Schloss, ihm zugeneigt aber in die Ferne schauend Kate, mit geöffneten Lippen und dem Schlüssel auf der Zunge. Hinter ihr – Efeu. Was sonst? Entlassen werden wir mit einem Schlachtruft „Get out of my House“. Er will sich hereinflirten, sie beschwören, all seine finsteren Dämonen einschleusen, aber sie grenzt sich ab. „They come with their weather hanging round them, but can´t knock my door down.“ Und am Ende verwandelt sie sich in einen Esel.

Emotionaler Aufruhr, Intensität, die Verwirrung sortieren, eine Sehnsucht, die vielleicht auch Gier ist oder auch ein Wille, viele kleine große Geschichten, eine Reise, die man barfuß antritt. Efeu. Esel. Ja. Ich bin „The Dreaming“ von Kate Bush.

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