GETTING INTO THE PICTURE

Irgendwann stellt man sich natürlich die Frage nach dem Cover. Als jemand, der englische und amerikanische Taschenbuchveröffentlichungen für ihre fantasievolle Covergestaltung schätzt und großen Wert auf Äußeres legt, bin ich etwas nervös, wenn es um die Gestaltung von Buchcovern in Deutschland geht, insbesondere, wenn es sich um meinen Roman handelt. Dem Verlag schwebt etwas mit „Gefühl und Spannung“ vor, und bei dieser Formulierung zieht sich etwas in mir zusammen, aber ich lasse mich gern positiv überraschen.

Nichtsdestotrotz – die Buch-Cover mit denen ich am zufriedensten war, waren immer auch die, wo ich die Sachen in die eigene Hand genommen, bzw. in talentierte Hände abgegeben habe. Also rief ich Frank Burkhard an, der mir schon bei zwei Veröffentlichungen die Cover-Fotos geliefert hatte.

Ein Portrait-Foto spielt in „Ashby House“ eine entscheidede Rolle. Um dem Verlag das Motiv schmackhaft zu machen und ihm den Erwerb des Original zu ersparen, stellten wir das Bild nach.

Es dauert mehr als drei Stunden, mich in diese Figur zu verwandeln. Den Großteil der Zeit verwendet meine Stylistin Betsy darauf, mir sorgsam die Augenbrauen abzukleben. Noch einmal mindestens soviel Zeit verbrachte Frank mit Photo-Shopping, ich würde in diesem Fall aber lieber von Retouche sprechen, das passt besser in die Ära. Und bei aller Orginaltreue – die Addition des Polarfuchskragens, den es auf der Vorlage gar nicht gegeben hatte, rundete das Portrait aufs Vortrefflichste ab.

Dass der Verlag das Motiv ablehnte, traf mich, aber nicht so hart, wie man es sich angesichts der Mühe und Sorgfalt und dem Einsatz freiwilligen, unbezahlten Talents vorstellen könnte. Ich bin zuversichtlich, dass das Bild in irgendeiner Form noch Verwendung finden wird. Und manchmal ist vielleicht wirklich der Weg das Ziel, denn, mit der Verwandlung des Autoren in eine Romanfigur, die auf einer historischen Person beruht, schloss sich ein ziemlich langer Kreis. Hm. Eigentlich muss man sich das eher wie eine eliptische Spirale vorstellen und manchmal befindet man sich auf einem Punkt dieser Spirale, schaut nach oben und unten, und sieht das gleiche Thema, das gleiche Ereignis, nur hat man es erfolgreich in eine andere Form gebracht.

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