FRAGMENTE SCHREIBT WIEDER

Mich bedrücken ja nicht die schönen Menschen, die mit einem Fingerschnippen einen Partner finden. Mich bedrücken eher die nicht so schönen Menschen, mit eher durchschnittlicher Persönlichkeit, die jemand finden, während man selbst alleine bleibt.

Ich habe es bis heute nicht begriffen, wie Paarbildung funktioniert, wie Menschen von einer Beziehung in die nächste stolpern und größtmögliche Angst vor dem vermeintlichen „Allein“-sein haben. In meinen 20er fühlte ich mich ständig im Defizit, weil mir Paarbildung als logisches Endziel vorschwebte, aber entweder die Typen, die ich wollte, hatten an mir kein Interesse oder umgekehrt. In den wenigen Versuchen an Beziehung, die ich unternommen habe, habe ich mich nicht bereichert oder vervollständigt gefühlt, mitunter sogar in meiner Individualität bedroht. Natürlich kenne auch ich eine gewisse Sehnsucht, von Zeit zu Zeit, aber das reißt kein Loch in meine Mitte. Manchmal ist es schön, mal wieder ein bisschen verknallt zu sein und ich male mir aus, was wäre, wenn. Wenn dieser Trip zu sadistisch wird, schaue ich mir Paare an. Auf der Straße, im Restaurant, Im Freundes- und Bekanntenkreis. Ich habe selten das Gefühl, dass die mir was voraus haben. Das sage ich ohne jeden Zynismus, ist einfach so.

Ist aber vielleicht auch ein bisschen so, wie jemand, der sagt – „Ich schaff mir doch keinen Hund an!“ und dann siehst Du ihn oder sie ein paar Monate später mit einem Welpen und das Leben vorher, ohne Hund – unvorstellbar, und vielleicht hatte man sich gegen den Hund einfach nur gesträubt, weil man wusste, dass man ihn überleben wird und mit dem zukünftigen Verlust nicht würde umgehen können.

Wenn ich versuche, mir meine bedeutungsvolleren Affären der letzten Jahre zu erklären – was jemand mitbringen muss, um mich sprichwörtlich aus der Reserve zu locken: charismatische Chaotiker, die mich in Grund und Boden reden, am Besten unter ganzem Körpereinsatz. Kokser, nicht Kiffer. Running with scissors. Männer, die kriegen, was sie wollen – da hatte Heidi recht. Und da ist es logisch, dass das nichts Bleibendes sein kann, denn, wer alles kriegen kann, der nimmt es sich auch, da ist man halt eines von vielen Blümelein am Wegesrand, aber eine schöne, duftende, wilde Blume, nicht ganz ohne Dornen. „You´re an acquired taste“ sagte Edie zu Edie. Und so seh ich mich auch und schließe nicht aus, irgendwann mal wieder einem chaotischen Charismatiker mit außergewöhnlichem Geschmack zu begegnen und eine Weile an seiner Seite zu galoppieren.

Carrie Bradshaw had ecxactly the right words for it:

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