TRANSFORMERS

Für das Straßenfest hatte ich dann doch keine Energie. Ich bin nicht gerade auf Boyfriend-Suche, vielleicht nachvollziehbar, und alte Bekannte wollte ich auch nicht treffen. Stattdessen habe ich mir eine Dauerberieselung „Parenthood“ gegeben, fast die ganze Staffel, zuvor, solang Sonne war, draußen gesessen mit dem Elefanten-Buch. Gerade als ich berieselt genug war, schlafen zu gehen, erklang in „Parenthood“ „Freely“ von Devendra und das weckte mich nochmal, und es ging in eine Runde What-ifs, die ja zwangsläufig sind, wenn man das Glück hatte, jemandem über den Weg zu laufen, der passte, und dann ging es aber doch nicht. Vielleicht, wie wenn man von einem Auto überfahren wird und noch ein paarhundert Meter weit mitgeschliffen wird. Möglicherweise war dieser Gedankenflug auch ausgelöst von der aufblasbaren Schildkröte, die in „Parenthood“ im Pool trieb und auf der sonst der Herr sitzt, wenn er bei mir anruft und sich auf dem Telefon displayt.

Vor ein paar Wochen hatte ich noch ein sehr gutes Gefühl – als langjähriger Single schien mir eine Fernbeziehung der perfekte Neueinstieg. Dass es jemand war, der mir durch sein Schreiben schon vertraut war – ein deutlicher Pluspunkt. Hinzu kam die Erfahrung, die man gewinnt, wenn man mit jemandem, den man mag, eine Wohnung teilt. Ich habe dank Roomie viel gelernt und dachte, ich sei vorbereitet, mich auf etwas einzulassen, was sich sehr unvorbereitet und überraschend ergeben hatte. Nähe.

Es wäre ungerecht, dieser Liebelei nicht ein bisschen nachzutrauern, auch, wenn die Beteiligten sich nicht aus dem Weg verlieren werden. Die bodenlose Depression der ersten Tage ist vorbei, ziemlich schnell habe ich den richtigen Kurs für mich gefunden, mit dem geringsten Schaden daraus hervor zu gehen.

Jetzt bin ich versucht, kitschige Lieder zu posten. Aber ich beschränke mich auf eins. Und wenn Sie dachten, das Credo rechts oben stimme nicht, ich schäme mich schon ein bisschen, eine Single der Kelly Family zu besitzen, aber, well, it´s true. Damit ich nicht in Selbstmitleid* zerfließe, überlasse ich das Mayte, sie macht das viel schöner als ich.

Ist eigentlich gar kein Selbstmitleid in dem Clip. Mehr so ein Befehl ans Universum.

3 Gedanken zu „TRANSFORMERS

  1. sjule

    Dass Sie jetzt diesen Clip posten…. Habe ihn tatsächlich gestern zum ersten Mal bei Youtube gesehen, wobei ich durch zahlreiche Umwege darauf gestossen bin… Ich war Anfang der neunziger großer Fan dieser Familie und die eine oder andere Perle gab es von denen schon. Und dieses Video rührte mich auch zu Tränen, weil es von bestechender Ehrlichkeit ist. Und wg. Maite hab ich sogar manchmal diese unsägliche Tanzshow gesehen.
    Alles Gute weiterhin!

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