RUSALKA

Was Oper und Klassische Musik angeht, bin ich ein extrem lernfauler Autodidakt. So muss ich gestehen, gestern zum ersten Mal eine Oper komplett durchgehört zu haben, und das eigentlich auch nur aus Recherchegründen. Ich kann nicht behaupten, Blut geleckt zu haben. Das Libretto hat ein paar hübsche Zeilen, verborgen in einem ansonsten oft unfreiwillig komischen Text. Ich fühlte mich manchmal erinnert an erste Theaterausflüge mit der Schulklasse, wo dann so hysterisches Massengelächter ausbrach, das es den Schauspielern nicht leicht machte, ihren „Lear“ über die Bühne zu bringen.
Die Nebenfiguren sind eindimensional, einige der Hauptfiguren in der Charakterzeichnung völlig unschlüssig. Die musikalische Wucht balancierte das allerdings wieder aus. Und ich werde auch nie ein Freund hochgeschraubter Sopranistinnenstimmen, ganz gut gefallen hat mir der Alt der Waldmutter, da musste ich wenigstens nicht ständig im Libretto nachlesen, um zu verstehen, was da gekrischen wird, was auch eine lustige Erfahrung war, denn bei dem Libretto, das mir vorlag, handelte es sich um eine andere Übersetzung als die der Aufnahme.

Nach der Hochkultur, weiterem Feilen am Prolog und anderen Recherchen brauchte ich dann eine fette Dosis Schmalz und schaute mir einen dreistündigen Film mit Jaclyn Smith an. So ist sicherestellt, dass ich nicht alte Frauen auf der Straße mit „WAAAALDMUTTARR“ ankreische.

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