Kategorie-Archiv: but it refuses to shine

MURPHY´S LAW

Dass in der Kategorie “Beste Schauspielerin in einer Mini-Series” Laura Linney den Emmy gewann – für die letzte Staffel der Serie The Big C ist insofern bizarr, als dass Jessica Lange für eine Serie, die sich als Mini-Serie ausgibt (mit 12 ! Folgen), leer ausging, aber locker gegen Claire Danes gewonnen hätte, wäre AHS so mutig gewesen, in der richtigen Kategorie an den Start zu gehen. Das einzige, was mich beruhigt, ist, dass der Outrage gegen die diesjährigen Gewinner ziemlich weitreichend ist.

FROM RUSSIA WITH HATE oder RUSSIAN HORROR STORY

Maile mit meinem italoamerikanischen Gelegenheits-Lover zum Thema American Horror Story – Coven und wir fragen uns ob das Thema Hexen heute relevant ist. In Salem hat man Frauen, die nicht in die Gesellschaft passten zu Hexen deklariert und getötet. Die Nazis und die Juden. Die Amerikaner und die Kommunisten im Kalten Krieg. Die Sovjets hatten die höchste Aufklärungsquote in Kriminalfällen, weil für jeden Mord ein Sinti oder Geisteskranker oder Schwuler geframet wurde, die passten nicht ins Bild und durch ihre Kriminalisierung, bzw. der Prägung “es war der Zigeuner!” usw. sind diese Randgruppen bis heute suspekt. So erklärt sich auch die Intoleranz des russischen Volkes gegenüber Schwulen und die breite Akzeptanz der neuen Schwulengesetze. Es ist eine Hexenjagd. Und alle Länder schauen zu. Obama sagt ein Treffen mit Diktator Putin ab – aber nimmt Snowden zum Anlass. Kein Wort über die Hetzjagd. Auch das Olympische Kommittee, zunächst beruhigt (!) über die Aussage, die Gesetze werden während der Olympischen Spiele ausgesetzt, bzw beträfen weder Sportler noch andere Teilnehmer, bezeugt nicht nur Ignoranz, sondern Menschenverachtung – sofern keine Sportler betroffen seien, spielt es keine Rolle, dass Schwule zum Abschuss freigegeben sind. Ein Feindbild zu haben eint die Massen, das hat Putin direkt von Hitler gelernt. Und, wie bei Hitler, schaut niemand hin, alle gucken weg – es ist krank. Aber, liebes Olympisches Komittee, die Verantwortlichen haben die Zusage, die Gesetze for the games being auszusetzen wieder zurückgezogen. Was nun?

Das mag Ihnen alles sehr theoretisch vorkommen, aber ich habe schwule Freunde in Moskau. Deren Lebensqualität ist nicht nur eingeschränkt, sondern abgeschafft. Wer gegenüber einem Schwulen gewalttätig wird, der arbeitet im Sinne des Anti-Propaganda-Gesetzes und wird in der Regel nicht belangt. Noch einmal – Schwule sind in Russland zum Abschuss freigegeben.

Besser als Stephen Frye in seinem offenen Brief an David Cameron kann man es nicht formulieren, wobei er sich auch etwas knapper hätte fassen können. Mit einem einzigen Satz aus den Olympischen Statuten:

Rule six: Act against any form of discrimination affecting the Olympic Movement.

Hier sein kompletter Brief.

Und noch einmal Hut ab vor der mutigen und wunderbaren Miss Swinton.

Sorry for typos, but I´m in a rage.

04.08.1962

bookcover

FINAL ADDRESS TO MARILYN MONROE by VKL, 2005

Wilshire Boulevard, East Rhode Island Street
North El Centro Avenue
Odessa, Archwood, Arbol Street.
Nebraska, Franklin, Fountain Ave
West Olympic Boulevard
Cold cold cold Stone Canyon Road
Crescent Heights and Kelton Way
Beverly Glen, Castilian Drive
Hilldale Ave, North Lodi Street
Delongpre Avenue
North Palm Drive
West Sunset
North Doheny. Doheny…

12305 Helena Drive
12305 Helena Drive

2.

Brentwood
Los Angeles
Helena Drive
My spanish-style dream house
barely saw me alive

Brentwood
Los Angeles
Helena Drive
The first house I owned
saw me barely alive
one two three o five Helena Drive

3.

Twelve fifteen South Glendon Ave:
Westwood Memorial Park,
My Grave.

http://glamourdick.twoday.net/stories/1944970/

http://glamourdick.twoday.net/stories/5639340/

http://glamourdick.twoday.net/stories/4136258/

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http://glamourdick.twoday.net/stories/5170254/

http://glamourdick.twoday.net/stories/4859151/

http://glamourdick.twoday.net/stories/4407584/

http://glamourdick.twoday.net/stories/4076697/

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THE ACCURSED JOYCE CAROL OATES

358 Seiten into The Accursed von Joyce Carol Oates. Und an dem Punkt, wo ich mich frage, ob ich weiterlesen möchte. Zwischen ein paar annähernd reizenden Vignetten immer wieder Ausbremsung durch ausgelatschte Philosophiererei und Introspektion der männlichen Protagonisten. Das Bild der Princetoner Gesellschaft um 1906 wird so ausdrucksvoll plastisch, wie es langweilig gewesen sein muss, bzw. wo Skandälchen und Eigenheiten der Höheren Gesellschaft ausgewälzt werden, dass es keine Freude macht. Es ist wie dem Dorfklatsch eines verkalkten Schweizer Bergdorfes zuzuhören. Oder ein altes Buch zu lesen, dessen Sprachstil zwar Niveau hat, dessen Erzähltempo allerdings nicht mehr zeitgemäß ist. Dem nostalgischen Realismus mit magischen Elementen Leben einzuhauchen hat in diesem Fall auch nicht ganz geklappt. Was bei Bellefleur und A Bloodsmoor Romance hinreißend creepy und verschroben war, ist hier schlaff und ausgelatscht. Es fehlt Spirit und es fehlt Wucht. Die Hintergründe für den Fluch interessieren nicht, seine Ausmaße sind nicht besonders dämonisch/ spekatkulär, es wird ständig angedeutet, aber selten ausgespielt. Das Leben ist zu kurz für langamtige Romane.

The Accursed ist nicht sonderlich lebendig, sondern röchelt vor sich hin und leidet an Rheuma und Ostheoporose.

Ich denke mal, das war´s mit mir und JCO. Ich wünsche ihre einen streichmutigen Lektor und mal ein, zwei Monate Urlaub irgendwo, wo´s schön ist.

Edit: Aus einer Amazon-Rezension: “One reviewer noted her writing was the curse. True enough.”

GOOD NIGHT, BUDDY

Das trifft mich gerade hart, denn, ohne dass ich mir dessen bewusst war – 3 Jahre Glee haben so viel ausgelöst. Nicht nur bei mir. Ich denke an die Amerikanische Nachbarin, die nach dem Betrachten beschloss, einen Jugend-Chor zu leiten und dies mittlerweile auch tut. An das Bully-Project, das sich um Themen kümmert, die in Glee thematisiert wurden, und für die Cory in der Rolle des Finn zum Rolemodel wurde. Erst ein All American Footballer, dann Sänger im Glee-Club und Verteidiger und Freund seines schwulen Stiefbruders. Die Art und Weise, wie Homosexualität und Andersartigkeit generell in Glee thematisiert wurde. Finn als jemand, der aufzeigt, dass es andere Modelle gibt und man wagen darf, über den eigenen Tellerrand zu schauen.

Dann kommt noch hinzu, dass die ganze Cast jetzt im Schockzustand sein muss. Man muss sich vergegenwärtigen, dass die gemeinsam von Null auf Hunbdert geraten sind und nach dem Schluss der 2. Staffel auch noch gemeinsam auf Tournee gegangen sind. Die arbeiten teilweise seit 2009 gemeinsam, nicht nur vor der Kamera, sondern auf Proben, im Tonstudio, beim Choreo-Training. Das schweißt zusammen. Zusammen singen – das wissen die Meisten, es gibt kaum etwas, was einen einander näher bringt. Der Tod von Cory Monteith reißt ein Loch in diese Gruppe. Chris Colfer verliert nicht nur einen Serienbruder, und ich möchte mir nicht vorstellen, wie es gerade in Lea Michele aussieht.

Glee hat Menschen verbunden. Ich denke an Trevor und mich, wie wir im Bett frühstücken und eine Folge nach der anderen anschauen. Das Patenkind, mit dem ich Handlungsereignisse diskutiere, genau so wie mit meiner Schwester, die vorhin im Telefonat die Nachricht überbrachte, von Finns Namensbruder, meinem Neffen.

Mit Cory stirbt ein Hoffnungsträger. Er, der am Anfang etwas chubby war und mit der Zeit immer schöner und stolzer wurde. Dem man den Erfolg so gegönnt hat. Der, wenn man ihn in Interviews sieht, einen guten Sinn für Humor und das Herz tatsächlich am rechten Fleck hat. Hatte. Der eine Rehab unternommen hat, wobei man als TV-Star auch gut und gerne Junkie sein könnte.

Cory, Du fehlst mir jetzt schon. Glee ohne Dich ist unvorstellbar. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie es weiter gehen könnte. Ich hoffe, die Produzenten sehen das ebenso und ziehen die Konsequezen.

In my heart you´ll always be a shimmer of hope. One who reaches out and cares for people. Ich wünschte, Du hättest jemanden gehabt, der sich um Dich kümmert wie Finn um seine Freunde. Mach´s gut, Großer. Glammy sagt Danke und schickt Liebe.

DER ANDERE ABER GEHT UND KLAGT oder ZÄHE BIESTER

Ein Friedensangebot ein Jahr zu spät. Frieden, wo eigentlich kein Krieg war, nur Kinderei. “Frieden” war wohl tatsächlich so gemeint, wobei ein “Sorry” besser angebracht gewesen wäre. “Truce” hätte ich anbieten könne, um der Harmonie im Freundeskreis willen, aber ich bin kein Kriegsschauplatz. Wenn jemand einen Fick über einen Freund stellt, dann ist das keine Freundschaft. Es war nicht das erste Mal, aber das Letzte. Ein Jahr, da radiert sich etwas aus.

(Betriebsanleitung: Es wäre nicht mein Blog, wenn ich das Thema vermiede. Aber es besteht über diesen Beitrag hinaus kein diesbezüglicher Gesprächsbedarf. Danke.)

WUT

Die Geschichte von Rehtaeh Parsons macht fassungslos. Der Artikel (http://feministing.com/2013/04/10/rehteah-parsons-is-dead/ ) fokussiert auf den Aspekt einer “Vergewaltigungs-Kultur”. Opfer einer Gang Rape zu werden, ist ein entsetzliches Schicksal. Was ich jedoch viel viel schlimmer finde ist die anschließende Hetzkampage, das Abstempeln des Opfers als “Schlampe”. Von den Folgen einer Vergewaltigung kann man sich bei guter psychologischer Betreuung erholen. Eine mehrmonatige Ächtung und Diffamierung hat weiterreichende Ausmaße. In Rehtaehs Fall führte sie zum Selbstmord. Nicht nur die vier ungestraft davongekommenen Vergewaltiger gehören bestraft. Alle, die sich über die junge Frau lustig gemacht, sie diffamiert und ausgegrenzt haben, gehören als Täter vor Gericht. Alle, die um´s Verrecken in der richtigen Clique sein möchten und es dafür in Kauf nehmen, einen Mitmenschen zu degradieren, sind Täter. Sie gehören bestraft und es muss sich jemand um sie kümmern. Die Auswirkungen von Ausgrenzung, die Hintergründe dafür – das gehört an Schulen gelehrt. Menschliche Umgangsformen und ihre Abarten lernt man nicht nur durch´s Ausprobieren, das kann man auch beigebracht bekommen. Die Pubertät ist eine so hoch sensitive Zeit, dies sollte man ausnutzen um Sensibilität auch im Umgang mit Mitmenschen zu erklären, zu analysieren und bei zu bringen, das ist wichtiger als das verfickte Periodensystem.

Mobbing und Bullying werden oft als Banalität abgestempelt – “Kinder sind so” oder “da muss man durch, das stärkt den Charakter”. Bullshit. Das ist ein psychologischer, strategischer Gewaltakt, ein Verbechen, das nicht nur zum Tod durch Selbstmord führen kann, sondern zu langfristigen und hartnäckigen psychischen Störungen. Glauben Sie mir, ich weiß das. Es kann Dir den Selbstwert für´s ganze Leben vermasseln. Es kann auch dazu führen, dass das Opfer irgendwann den Spieß umdreht. Mich wundert die Häufung von Schießereien an amerikanischen Schulen nicht im Geringsten. Hätten wir die gleichen Waffengesetze, sähe es hier nicht anders aus. Wenn der Papa nicht gerade Jäger oder im Schützenverein ist muss man halt ne Bombe basteln oder Brand legen oder mit dem Messer auf die Mitschüler losgehen. Columbine, Sandy Hook, aber auch Winnenden. Da sind die Täter Außenseiter, Leute, denen zu verstehen gegeben und eingebleut wurde, dass sie nicht dazu gehören.

Wenn ich Geschichten wie die von Rehtaeh oder von Matthew Shepard höre, dann bereue ich, nicht irgend etwas Pädagogisches studiert zu haben. Sie könnten sich sicher sein, dass ich an Schulen Programme über die Folgen von Bullying und über High School Massaker abhalten würde.

Wenn Sie Kinder haben können Sie sich hier bilden, was Sie tun können, wenn Ihr Kind gemobbt wird. Und auch, ebenso wichtig – wenn Ihr Kind zum Mobber geworden ist:

http://www.thebullyproject.com

Es macht mich so wütend.