Kategorie-Archiv: Auffaellig

CLAM BROTHER

Kürzlich die Berliner Zeitung durchgeblättert, oder war´s der Tagesspiegel? Egal, jedenfalls bei einem Interview hängen geblieben, das jetzt mal auch egal war; aber fasziniert, im dritten Jahrtausend, in dem wir uns befinden, einen Familienstad zu lesen, der mich dann doch überraschte: “ledig” stand da. Und vielleicht war ich aucH einfach nicht da, als der Begriff “ledig” einen Bedeutungswandel erfuhr und zum Synonym für “lesbisch” wurde. Ich musste mich jedenfalls kurz in die Rolle der Geliebten versetzen und mitfühlte. Es gibt ja öffentliche Personen, die haben so ein albernes Problem mit der eigenen Sexualität, dass man meinen könnte, sie haben gar keine. Bei Familenstand sollten die dann ruhig angeben “nicht vorhanden”. Interessanterweise zieht sich dieses Leugnen der eigenen Sexualität als thematischer rosa Faden durch ihr öffentliches Bild. Wenn Sie also mal jemanden sehen, bei dem Sie so gar nicht an Ficken denken, der oder die unerlöst und etwas besorgt wirkt – then Dear, you´re most probably looking at a wahrscheinlich ziemlich frustrierte Klemmschwester.

THAT´S SHOWBIZ

Ich mach jetzt aber nicht weiter mit dem Muschibloggen. Nee. Ohne mich. Andere Geschichte. Paar Jahre here, als ich noch music industry war. Klassisches music-industry-get-together. Mir gegenüber am Tisch die MTV-tauglich hippe, mesmerisierende, arschglattes-Langhaar-tragende-Mitte-Hipster-Label-Chefin. Ich sehe was an ihrer Nase, tippe diskret an meine. Spiegeln, you know.
Sie: “Oh – blute ich?”
Ich: “Nein. Popel.”

HARRY POTTER UND DER GESCHENKTE GAUL

Liebe schlaue Ostmuddi,

nu schauma was aus den gleinen Schreian wäddn gann, wennma se nüsch glei in Blaste wiggelt un im Gaddn vabuddlt: stramme Buschn! Nu also fass Dir ein Hächz un gäh zu Bro Familjor.

Dein SchnatterinchenDick
Naak naak.

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Das sind die offiziellen Promos für Daniel Radcliffes Theaterdebut in

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Pics: U. Weber

NOCH NE KATE oder WHAT IF SHE…

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Finde nicht nur den Namen des Produzenten sehr charmant, sondern auch doll, dass das Schiff schon mitten im Clip sinkt.
Was man sich fragt, wenn man Frau Winslet schmachten hört ist – warum, um Gottes Willen musste die olle Vegas-Fregatte Celine Dion “My heart will go on” singen, wenn doch Kate so ein Goldkehlchen ist.
Das oben ist ein Fan-Video, aber viel süßer als der Original-Clip. Also, Taschentücher raus – and enjoy!

REVITALIZING – INVIGORATING – REFFRESHING and IRRITATING

Eigentlich sollte ich mich nicht beklagen. Bis vor ein paar Wochen gab es ein lediglich überschaubares Angebot an Pflegeprodukten für Männer: Kernseife und Melkfett. Für besonders rauhe Männer dann noch eine norwegische Salbe gegen rissige Hände. Damit ist es nun Gott sei Dank vorbei. Spätestens seit L´Oréal in qualvollen Studien den Mann als Geschlecht entdeckt hat. Doch nicht nur die Oréalisten kümmern sich nun um mich Metro-Homo, sondern auch ein beliebter deutscher Sporthersteller (kann mir jemand diesen Begriff erklären?). Eigentlich prima. Das Dreistreifen-Duschgel duftet frisch was das Zeug hält und verspricht Belebung, Erfrischung, Massage. Die Firma mit der Axt hat sogar der Aspirin-Industrie den Krieg erklärt – mit einem Duschgel namens “Anti-Hangover”! Man wäre ja bescheuert, Geld für den Spa auszugeben, wenn man das alles in einer handlichen Plastikflasche bekommt. So dachte ich naiv.
Weil ich nun also eine neue Kulturtasche (noch so ein Begriff wie Sporthersteller) brauchte und L´Oréal dieses schicke graue Säckchen mit orangener Paspelierung samt drei Proben der neuen Herrenserie anbot, stellte ich mich dem Selbstversuch.
Fazit: es muss britzeln. Wenn ich morgens in einem recht kalten Badezimmer mit den Sporthersteller-Duschgels dusche fällt eines auf. Die Erfrischung. Im Sommer recht angenehm, ist es doch in der kalten Jahrezeit äußerst unanagenehm, ein schäumendes Gel auf dem Körper zu verteilen, das sich wie Frühfrost auf einen legt. Es ist, als puste einem ein Gespenst in den Nacken, nur eben am ganzen Körper, und dieser Effekt hält an, bis man ihn nach dem Abtrocknen mit einer Bodylotion löscht – einer für Damen freilich, denn auch die Herren-Lotions schlagen Frostblumen auf die Haut. Die Gesichtspflege nun – one tingling sensation. Erst HYPERFRISCHER Duft und der Frosteffekt, dann Millionen kleiner Stecknadeln, im nächsten Schritt ein Spannungsgefühl, das sonst nur dass aggressivste Anti-Glanz-Produkt aus dem Hause Chanel hervorruft und schließlich – die Trotzreaktion geschundener Haut – ein dünner Schweißfilm, der sagt “Wie kannst Du mir das antun, Glam?”. Nach fünf Minuten eine zarte marmorisierte Rötung. Als käme man gerade aus dem Winterwald. Aber sieht George Clooney je aus wie Rotkäppchen, dem die Apfelbäckchen verrutscht sind???

Was tun also? Wie Christina Aguilera – back to basics. Die Bodylotion mit dem Vogelnamen, wo die Flasche so lustig pupst. Kannst Du Dir auf den Körper schmieren ohne dass es knistert und auch das Gesicht reagiert unschockiert. Darüber dann, wie üblich, das wirklich hervorragende Make up von L´Oréal. Und auch auf deren Haarprodukte lass ich nichts kommen. Und auch die Kulturtasche macht irgendwie arg kultiviertes Reisen möglich.