Archiv für den Monat: Juni 2018

Glam and the (Xray-)Machine

Knocked out von ner Sommergrippe, panikartige Zustände, als ich wieder zum Lungen röntgen geschickt werde. Mein Knie ist noch nicht wieder 100%, etwas seltsames passiert seit zwei Monaten in meinem rechten Arm auf Ellbogenhöhe, ein fieser Zahnarzttermin steht bevor und ich habe noch nicht mal angefangen, mich um einen Aufgenarzt zu kümmern. Alles bisschen viel. “Wir bestellen Ihnen ein Taxi. Schonen Sie sich,” sagt die Ärztin, geht ins Behandlungszimmer zurück, kommt nochmal zurück. “Keinerlei Anstrengungen, versprechen Sie mir das!” Lungenentzündung wäre Indikator für Rückkehr der Endokarditis und, echt, ich hab genug Krankenhaus gehabt in den letzten zwei Jahren, irgendwann reicht´s. Da wäre ich nicht bereit zu. Röntgenbild gibt Entwarnung. Man sieht noch ein paar Sprenkler, Narben – “das sah ja aus wie Einschüsse bei Ihnen damals, als ob jemand losgefeuert hätte.” Jetzt erst mal wieder Amoxi, um jedes Risiko auszuschließen, dass sich da was zusammenbraut. Drei Tage waren wirklich komplette Stille, außer der Baustelle im Nebenhof. Bisschen gelesen, den aktuellen Pulitzer-Gewinner, “Less” – ganz zauberhaft und anders als Spiegel online sagt, jeden Preis wert. Das gleiche gilt für die zweite staffel “Glow”. Mangelnde Tiefe wird konstatiert, obwohl man es ja durchaus versuche. Wie tief kann man in einem 23-Minüter gehen? Für die Dauer des Formats geht es arg tiefer als in Staffel 1. Und es ist köstlicher, witziger, emotionaler. Und die Haare sind noch bigger. Freu mich auf die nächsten 5 Folgen. Neben “Sense8″ die einzige Netflix-Serie, die wirklich neu und frisch ist. Alles andere ist ein Aufguss von Sachen, die schon mal gut waren, aber man kann die Formeln eben nicht endlos spinnen. In meinem Fierberkopp fand ich es angenehmer “Bares für Rares”, 2016, auf der ZDF-App zu streamen. Okay. Ich bin jetzt im ZDF-Alter, aber das heißt nicht, dassich demnächst Pilcher mit der Mutter schauen werde.

Jedesmal, wenn ich neue Musik lade, muss ich alte löschen, weil die 32 GB auf dem Ipod aufgebraucht sind und ich bin noch nicht so weit für Spotifuck. So trennte ich mich heute von ein wenig John Grant, um Platz für die neue Florence zu schaffen. Hat sich gelohnt. Es gibt Stimmen (nicht nur im vokalen Sinn), die werden immer bleiben und es ist ein Erlebnis, teilzuhaben. Die Produktion ist etwas roher als sonst, aber das ist genau richtig, oft sind bei Florence die Demos besser als die fertigen Produktionen.

Bei all der Stille und dem Schweigen dennoch viel Kommunikation. Mein russischer Freund, der mir die Grippe ins Haus gebracht hat (wir schicken uns Portraits, wie beschissen krank und elend wir aussehen), die S., die mir ihre Tinder-Bewerber vorstellt, die Nachbarn, mein wunderbarer cuddle-buddy, alles über Messenger und Whatsapp. Eine schöne Live-Begegnung gestern an der Kasse im Penny, als ich Tütensuppen horte. Kauft da doch einne durch Arbeitskleidung ausgewiesene Edeka-Mitarbeiterin ein. “Falsches T-Shirt”, sag ich zu ihr und hab einen Lacher-Exit, der sich gut anfühlt. (Seit dem 3/4 Jahr am Stock habe ich den Respekt der Penny-Crew. Und höchstens, wenn ich mal Lust auf “Boursin” hätte, würde ich zum Edeka gehen.)

Heute lese ich den “Less” zu Ende. Vor mir der neue King und Schätzing – mainstreamer geht nicht, ich weiß, aber ich hab nen Juli Zeh-Frühling hinter mir, der mein Weltbild bedroht hat mit Menschenverachtung – einfach alles zu wahr und echt (Glückwunsch!), ne bakterielle Infektion mit Scatterbrain, ich kann mal bisschen feelgood. Und dazu Florence, sehr weise und fein.

Und ich darf darf darf nicht an den See denken, auf dem ich jetzt gerne in meinem rosa Flamingo triebe. Nein nein nein.

People

Merke gerade, ich müsste mehr bloggen, es gäbe soviel nach zu erzählen. So viele Begegnungen, so viele Moves von meiner Seite. Gerade sprechen Roomie und mein Lieblings-Couchsurfer in der Küche und es erinnert mich an die Zeit, als der Lieblings-Couchie zum ersten Mal hier war und Kaliningrad auf New Jersey traf. Aus der zwei-Jahre-währenden Asozialitäts-Phase bin ich offenbar raus. Vielleicht hole ich meinen Geburtstag doch noch nach.